„Das Werk der in Kleve geborenen und in Düsseldorf studierenden und arbeitenden Bärbel Esser hat sich in den vergangenen fünfzehn Jahren kontinuierlich entwickelt. Als Schülerin von Rolf Sackenheim wurde sie vertraut mit dem impulsiven, intuitiven Zeichnen. Als Ausgangspunkt für ihre Arbeit wählte sie das Thema Musik. Ihr Werk ist leicht und spielerisch, hat Witz und Tiefsinn. Die Radiernadel ermöglicht Bärbel Esser ein intensives Betätigungsfeld auf der Radierplatte. Die zarte Linie wird über die Platte geführt, mit leichtem und kräftigem Druck Gestalt gewonnen. Ihre Hand führt sie oft langsam, beherrscht über das Papier; manchmal werden die Bewegungen heftig, dem Finale des Bolero vergleichbar. Auf dem Blatt variiert sie graphische Intensität von formal geprägter Offenheit bis hin zu einem Dickicht aus Linien.

In dieser Ausstellung und dem sie begleitenden Katalog wird eine Übersicht über Bärbel Essers Radierwerk von 1976 bis 1993 gegeben. Es tritt uns eine Künstlerin entgegen, die technisch brilliert und der es gelingt, mit den Mitteln der Radierung graphische Partituren zu schaffen, die als langanhaltende Seherlebnisse zu fesseln vermögen.“


Drs. Guido de Werd

Vorwort

Zum Katalog: RADIERUNGEN – MUSIKPOESIEN

Ausstellung STÄDTISCHES MUSEUM HAUS KOEKKOEK, KLEVE